Killer Kin | DJ King Gin
KILLER KIN aus New Haven, Connecticut, USA ist furioser Garage-Punk-n-Roll, ein Hybrid aus Reatards, Dead Boys und Stooges. Der Bandname ist angelehnt an Arthur "Killer" Kane von den New York Dolls und ihre Optik wirkt komplett aus der Zeit gefallen: Als hätten die Lederklamotten, Nietenbänder und Ketten der lokalen 80er Hairmetal-Band via Brockenhaus ein neues zu Hause gefunden. Auf der Bühne reicht dem Sänger Mattie Lea dann aber auch auch schon mal eine kurze, enge Tigerunterhose, während Gitarristin und Songschreiberin Chloe Jones einem Conan-Comics entsprungen scheint.
Angefangen haben sie 2018, drei Jahre später erschien ihre erste Single «Sonic Love» auf Pig Baby Records. Darauf kreuzen sie den Hochgeschwindigkeits-Punk-R'n'R der Columbian Neckties mit der übersteuerten Trashattacke wie sie Greg Prevost unter anderem mit den göttlichen Mean Red Spiders rausgehauen hatte. «Narrow Mind» trieft vor dann vor Liebe zu exaltiertem Rock. Dies alles ist natürlich nicht Post-Irgendwas sondern schlicht Pro-Fun. 2023 gab's endlich ihre erste LP auf Dead Beat Records, welche jedoch auf ihrer ersten, vierwöchigen Europa-Tour zusammen mit The Cavemen (!) bereits ausverkauft war. Nun erobern sie bereits das dritte mal Europa und gastieren zum zweitem Mal im Sedel. Bald erscheint auch ihre zweite LP und es bleibt zu hoffen, dass bis diese zum Konzert am Merch-Stand liegen wird, denn niemand will an diesem legendären Abend im Sedel ohne diese Scheibe nach Hause gehen.
Die High-Energy-Rock’n’Roller versprechen unkontrollierte Ekstase. Wobei die Energie aus unterschiedlichen Quellen stammt, denn einzelne Bandmitglieder können tatsächlich auch Meat Loaf Songs mit Inbrunst zum Besten geben. Aber live merkt man KILLER KIN nichts von dieser soften Seite an, denn dann ist alles hart wie ihre Single und der gleichnamige Film "Point Blank" mit Lee Marvin.
Vor und nach dem Konzert DJ KING GIN. Nach längerer Abwesenheit an Memphisto Abenden dreht endlich wieder mal King Gin himself die Platten. Mit seinen ehemaligen Bands King Gin Club oder The Gegus war er international erfolgreich bevor ihm der Trubel um seine Person zu viel wurde und er sich selber aus dem Scheinwerferlicht nehmen wollte. Unter seinem bürgerlichen Namen legte er dann auch man an Northern Soul Abenden auf, doch nun ist es Zeit Baby-Puder-Tanzflächen wieder zu tauschen mit klebrigen Bierböden. Garage, Shingaling, Punk, Soul und was grad angesagt ist.

